Gesamtanlage um 1876
Gesamtanlage um 1876

Stadtmessungsamt Stuttgart, Geometerplan von 1876

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Villa Moser Gesamtanlage um 1890
Villa Moser Gesamtanlage um 1890

Simon Otto Volk, Rekonstruktion der Gesamtanlage um 1890, Perspektivische Darstellung, 2022

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Villa
Moser
Gartenanlage

Die Villa Moser war in eine vielseitig gestaltete Gartenanlage mit figuraler Grundkonzeption und zahlreichen Nebengebäuden eingeflochten. Deren Entwurf ist ebenfalls auf J. W. Braunwald zurückzuführen.

 

Das Herzstück der Gartenanlage bildete der terrassierte sowie mit Wasserspielen ausstaffierte Lustgarten innerhalb der von den Hauptwegen umzeichneten Grundfigur. Dieser Teil besteht noch heute und weckt Assoziationen an Terrassengärten der Renaissance.

An diesen Bereich schloss südöstlich eine bastionsartige offene Veranda für größere Gesellschaften und nordöstlich ein filigraner Pavillon für private Unterhaltungen an. Zum östlichen Portal führte ein axial verlaufender Hauptweg hinab, den figurenbekrönte Postamente und mehrschalige Brunnen aus Gusseisen flankierten. Am südlichen Hang erstreckte sich der Weinberg. Die westlichen und nordwestlichen Partien folgten einer landschaftlichen Gestaltung und dienten als Nutz- und Obstgarten.

 

An der Westseite, vis á vis der Villa Moser waren die ansprechend gestalteten Nebengebäude angeordnet. Das zweistöckige Stallgebäude im Schweizer Stil mit Hofraum und Remise lag axial, das Geflügel- und Gewächshaus seitlich davon. Hinter diesen Gebäuden erhob sich der begehbare Hügel des Wasserreservoirs. Das nördlich liegende Dampf- und Brunnenhaus versorgte das 65.000 Liter fassende Bauwerk mit Quellwasser. Das Reservoir speiste nicht nur die zahlreichen Wasserspiele und die Villa Moser, sondern auch das ausgeklügelte Bewässerungssystem des Gartens. Unmittelbar neben dem Dampf- und Brunnenhaus befand sich das nördliche, hauptsächlich genutzte Portal der Gartenanlage. Von hier aus folgten die Fuhrwerke dem sanft geschlungenen Weg gen Westen, ehe sie die Nebengebäude passierten und die von Bäumen flankierte Villa Moser erreichten. An der Westseite fassten Kastanien und an der Ostseite Weißbuchen sowie Mammutbäume die Villa Moser ein. Im Süden waren zwei Blutbuchen angeordnet. Einige dieser Bäume sind noch heute erhalten.

Die Perspektivische Darstellung der Gesamtanlage um 1890 kann hier heruntergeladen werden. Hiermit ist es möglich die noch heute auf dem Gelände verbliebenen Fragmente intuitiv im einstigen Gestaltungskonzept zu verorten - der Autor wünscht viel Spaß beim entdecken vor Ort!

Das Büchlein/die Broschüre über die Villa Moser kann hier heruntergeladen werden.